Geb. am 02.01.1938 in Stuttgart

Die erste Zeit meiner Kindheit verbrachte ich im Schwarzwald mit meinen Geschwistern und Eltern, die ein Internat leiteten.

Dort war die freie Natur – ohne Grenzen.

Mit elf Jahren, während einer Krankheit, mein erster Aquarellkasten, ein hervorragender - aus England, mit nur vier Farben und die Entdeckung, dass es möglich ist damit meine innere Welt darzustellen.

Nach dem Abitur Studium der Malerei in Stuttgart auf der Kunstakademie bei Gollwitzer, Henninger und Schellenberger.

Dann das grosse Ereignis in Salzburg bei Oskar Kokoschka das „Sehen zu lernen“ – in Farben die bewegte Figur im Raum darzustellen.

Durch meinen Vater, als Theaterregisseur auf die Spur gebracht, arbeitete ich nach dem Kunststudium als Requisiteurin und Bühnenbildnerin in Tübingen am Landes- und Zimmertheater.

Das Theater hat mich neben der Malerei nie mehr losgelassen, auch neben dem Aufziehen meiner drei wundervollen Kinder.

 

Kostüme, Masken, Bühnenausstattungen, Plakate für verschiedene Theater

So arbeite ich auch nach meiner Zeit als Kunsterzieherin am Gymnasium, 10 weitere an der Internationalen Schauspielakademie Crearte in Stuttgart.

Durch Bildende Kunst und Kunstgeschichte teilzuhaben an der Entwicklung junger Menschen, das fasziniert mich.

Seit 1985 stelle ich aus: in Stuttgart, im süddeutschen Raum, in der Schweiz, in Finnland.

Zwischen den ausgestellten Bildern sind auch hin und wieder kleinere oder größere Theaterobjekte, Teile von Bühnenbildern, die für sich alleine stehen können.

Nach langer Zeit, die ich hauptsächlich dem Aquarell gewidmet habe, bin ich wieder zum Ölmalen zurückgekehrt, zu dem basierenden Ölmalen, wo unterschiedlich viele durchscheinende Schichten das Bild leicht und scheinend wirken lassen.

PERSON

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MALEREI

Hanna Beck-Kuchenmüller zu ihrer Arbeit( 1993):

 

„Die Malerei ist mein persönlichstes Ausdrucksmittel und hat Vorrang vor allen anderen Ausdrucksformen der Kunst.

An oberster Stelle steht für mich beim Malen das Umgehen mit Farbe. Die 3 Grundfarben lasse ich miteinander spielen und kämpfen.

Perfektion ist nicht mein Ziel, sondern Spontanität.

Es interessiert mich der Werdeprozess, das Suchen.

Durch Form, Bewegung, Licht und Farbe soll momentaner Seinszustand ausgedrückt werden.

Menschliches und Naturdrama sind im Zentrum und untrennbar.

Mir wichtige Themen sind: Mann-Frau; der Mensch zwischen Geburt und Tod, in Liebe, in Verzweiflung, in Geborgenheit.

Mein Malen kann durch Theaterstücke, durch Lyrik angeregt werden.

Meine Bilder sind keine Studien noch Abbildungen der Natur. Es sind mit den Augen gesammelte Bilder, durch die Empfindung konzentriert und durch die malerische Farbe wiedergegeben.

Ein wichtiges Anliegen ist es mir, Licht darzustellen. Dies mit den elementarsten Mitteln: den Grundfarben Blau, Rot und Gelb.

Ich verwende Aquarell-, Öl- und Acrylfarben, Stifte, Kreiden, selbstgebundene Pigmente, Tuschen- oft alle gleichzeitig in einem Bild.

Das Figürliche tritt immer mehr in den Hintergrund, ist oft innerer Anlass, jedoch übernehmen Farbe, Rhythmus und der Lauf des Pinsels die Hauptrollen in diesem malerischen Spiel.

Ein Musiker aus dem Kreise um Mattisse sagte: In der Kunst beginnt die Wahrheit, das Wirkliche dort, wo man nicht mehr versteht, was man tut und was man weiß. Man muss alle erworbenen Kenntnisse hinter sich haben und sich die ganze Frische des Instinkts bewahren.

Mattisse selbst sagt; Der Künstler muss seine volle Energie, seine Ehrlichkeit und die größte Bescheidenheit aufbringen, um bei seiner Arbeit die alten Klischees zu vermeiden. Diese geraten ihm so leicht unter die Hand und können die kleine Blüte ersticken, die ihrerseits nie so erscheint, wie man es erwartet.“

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Zitate zu Inspirationen zum Schaffen von Hanna Beck -Kuchenmüller

aus einem Brief von ihr an Fritz Weigle (F.W.Bernstein)18.03.1993

"Licht eimerweise

… es gibt Entzündungspunkte, Maler, Bilder, die mich in Ekstase versetzen. Manchmal ist es so, dass ich, nachdem ich diese gesehen habe, gleich nach Hause laufen will, um zu malen.

Also dazu fällt mir beispielsweise ein:

Picasso. Seine unermessliche Energie ist so gigantisch, dass immer etwas auf mich übergeht. Vielleicht hat er (u.a.) in mir ein Frauenbild geprägt.: Stolze freie Körperlichkeit, Präsenz!!

Ensor. Mir kommt ein Bild vor die inneren Augen.“ Einzug Jesu nach Brüssel“: Packpapier, ein bißchen Kohle, sehr großes Format, aber damit hat er ein Licht gezaubert, dass es Dir/ mir den Atem nimmt. So ein Zauberer!

Turner. „Snow storm“Da ist die Hölle in den Himmel geschleudert und doch kommt das Licht von oben eimerweise herabgestürzt. „Sunrise“ Ein Hauch von Blau, Frühlingsblau, das die ganze Welt erobert. Das Gelb darin fröstelt brennend. Ich kann süchtig danach werden.

Kandinsky.Ich weiß nicht genau, was da abläuft. Es ist ein bedingungsloser Schrei nach Blauschwarz, der von dem Karminrot und dem Kanariengelb ausgeht; ohne das sie nicht leben können; Farbe und Rhythmus.

Munch. Meine Güte! Wie kann man sich da noch retten, wenn man „Das kranke Mädchen“ sieht- dieses schwermütige Schwarzgrün mit dem kränkelnden Fuchsrot der Haare!

Miro (der Späte) bei dem mir die Tränen kommen, wenn ich auf seinen Bildern sehe, wie er seine Poesie aufdeckt, das absolute Kind in ihm spielen lässt.

Jawlensky, der Fackeln in den Frühling setzt; der das menschliche Gesicht zur absoluten Transparenz bringt…

Genügt das? ich sehe, gerade ist kein deutscher Maler oder eine Malerin dabei. Aber es ist das halt gerade jetzt. Ich habe runtergeschrieben, was mir so kam. Kein System darin und sicher unvollständig.

Rothko: wie kann man nur so viel glühendes Rot auf eine Leinwand bannen, dass alles innerlich leuchtet und nicht banal wird.

Der Frühlingswind treibt gerade immer wieder ein durchsichtiges, hellblaues Plastikwindrädchen an vor meinem Fenster, dahinter baumelt in moosgrün ein knorriges Holzstück. Es scheint die Sonne so schön, aber mein Herz ist traurig wegen der Abreise eines polnischen Freundes nach Warschau…

INSPIRATION

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